THEMEN IM FOCUS

"...unser Kopf bleibt über Wasser.." | GEPA ist die nachhaltigste Marke Deutschlands! | Wohin führt uns unser Konsumverhalten? | Als erste Fairhandelsorganisation verwendet die Gepa faires Bio Palmöl! | Smartphone und fair? |

   

"...unser Kopf bleibt über Wasser.."

...so lauteten die Worte der Botschafterin vom pazifischen Inselstaat Palau nach dem Klimagipfel in Paris. Starke Signale wurden dort gesetzt, um einen Anstieg der Erderwärmung auf über 2 Grad zu vermeiden - bleibt zu hoffen, dass die Hemdsärmel tatsächlich hochgekrempelt werden.
Denn betroffen sind vor allem die Länder, die mit dem CO2-Ausstoß gar nichts zu tun haben und obendrein noch zu den ärmsten Ländern der Welt zählen, wie z.B.Pakistan, Haiti oder die Philippinen – hier führen Naturkatastrophen oder Missernten unweigerlich zur existentiellen Bedrohung.

Foto: © Gepa
Auch viele der Fair-Handels-Produzent/innen sind betroffen und Beratung, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken bzw. Soforthilfe wie bei dem Erdbeben in Nepal oder dem Taifun auf den Philippinen, sind seit Jahren fester Bestandteil des Fairen Handels.

   

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Produzierende im Fairen Handel und wie kann der Faire Handel dem Klimawandel entgegenwirken?

Ein Artikel von Franzisca Busch in : Welt & Handel 07/2013

„Der Regen fällt stärker und während einer kürzeren Zeit, dafür ist die Trockenzeit viel länger. Die Kaffeepflanzen sind stark in Mitleidenschaft gezogen – die Blütenbildung geht immer weiter zurück.“ Willington Wamayeye, Geschäftsführer der Kaffee-Kooperative Gumutindo, Uganda

„Die Produktion von Kaffee wird dieses Jahr gut in den Keller gehen. Ganz Mittelamerika wird in diesem Jahr heimgesucht durch diese Schimmelpilzkrankheit, die die Kaffeepflanzen schädigt - es ist eine nationale Katastrophe.“ Erasmo Palacio Castillo, Kaffeebauer bei FEDECOCAGUA, Guatemala

Das sich immer stärker wandelnde Klima beeinflusst in hohem Maß die Arbeit von Fair Handels-Organisationen in den Ländern des globalen Südens – das zeigen diese Aussagen der beiden Männer. Doch was kann der Faire Handel konkret zu einem guten Klima beitragen und welche erfolgversprechenden Ansätze gibt es schon heute?

Detaillierte Infos finden Sie in folgender PDF: **ps_medium59**

Und: Einbringen dürfen sich alle - machen Sie mit, kaufen Sie bio, regional und fair!

 
 
   

GEPA ist die nachhaltigste Marke Deutschlands!

Die GEPA ist bei der Gala zum diesjährigen Nachhaltigkeitspreis für ihre "Fair plus"-Strategie in gleich zwei Königsdisziplinen ausgezeichnet worden. Als "Wegbereiter für Fairtrade-Standards durch ein erfolgreiches Geschäftsmodell und hervorragende Marken-führung" wurde sie zu "Deutschlands nachhaltigster Marke" gekürt. "Die GEPA arbeitet kontinuierlich am Ausbau der Marktposition rund um den Markenkern ,Fairer Handel'", so die Begründung der Jury. Sie erreichte außerdem die Top 3 in der Kategorie "Deutschlands nachhaltigste Kleinunternehmen" (bis 499 Mitarbeiter). Insgesamt hatten sich rund 550 Unternehmen beworben. Darunter waren auch internationale Konzerne, DAX-Unternehmen und Traditionsbetriebe.

"Diese Auszeichnungen widme ich allen, die uns in fast vierzig Jahren durch ihr Engagement für Fairen Handel unterstützt haben", so Robin Roth, GEPA-Geschäftsführer für Partner, Produkte und Marketing. "Ohne die Verbraucherinnen und Verbraucher, Aktiven in Welt-läden, Handelskunden, Gesellschafter, Mitstreiter in den nationalen wie internationalen Netzwerken und Handelspartner im Süden wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.

Das GEPA-Konzept für die Markenführung fasst er so zusammen: "Die Marke muss genau das widerspiegeln, was der Gesellschafterauftrag vorgibt: Produzenten nachhaltig unterstützen, Konsumenten aufklären und zur Veränderung ungerechter Welthandelsstrukturen beitragen."Die Jury würdigte die "konsequente und seit Jahrzehnten verfolgte Markenpositionierung, den engagierten ganzheitlichen Ansatz der Markenführung und die im Vergleich zur Unternehmensgröße hervorragende Wirkung der Marke GEPA."Die Auszeichnung "Top 3" in der Kategorie "Nachhaltigste Kleinunternehmen" begründete die Jury unter anderem mit der steigenden Bekanntheit und den hohen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitswerten bei Konsumenten. Die GEPA zähle zur "Avantgarde des Fairen Handels."

 
 
   

"Niedrige Lebensmittelpreise, von Verbrauchern geschätzt, haben gravierende Folgen: Landwirtschaft und Handwerk sehen sich weltweit unter Druck gesetzt, so billig wie möglich zu produzieren. Die Konsequenzen sind u.a.: Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Massenproduktion unter Einsatz von mehr Dünger, Pestiziden und Gentechnik, eintönige Landschaften, hohes Transportaufkommen und Lebensmittelskandale."

(agl arbeitsgemeinschaft der eine welt landesnetzwerke in Deutschland)

   
  

Wohin führt uns unser Konsumverhalten?

Hier ein zum Nachdenken anregender Beitrag entnommen aus dem presente-Magazin von der Christlichen Initiative Romero (CIR) presente -Extra 2014 "Konsum ohne Ende" (http://www.ci-romero.de/1671/):

Der uruguayische Präsident José Mujica, immer wieder als ärmster Präsident der Welt betitelt, da er 90 % seines Einkommens spendet, hielt bei der 68. Vollversammlung der Vereinten Nationen im September 2013 eine bemerkenswerte Ansprache.

Seine packenden Worte scharfer Kapitalismus- und Konsumkritik haben wir (CIR) in Auszügen ins Deutsche übersetzt
(ÜBERSETZUNG: ANNE NIBBENHAGEN)

Ein Leben der Verschwendung

Wir haben unsere alten, spirituellen Götter geopfert und den Tempel dem Gott des Marktes überlassen.Nun organisiert dieser Gott uns Wirtschaft und Politik, Leben und Alltagsgewohnheiten. In Raten und per Kreditkarte finanziert er uns den Anschein von Glückseligkeit. Konsum scheint der Sinn des Lebens zu sein, und können wir nicht konsumieren, sind wir frustriert, fühlen uns arm und ausgeschlossen. Wir verbrauchen und hinterlassen Abfall in solchen Mengen, dass die Wissenschaft meint, wir bräuchten drei Planeten, wenn die gesamte Menschheit leben wollte, wie ein Mittelschichts-US Amerikaner. Unsre Zivilisation basiert also auf einer verlogenen Versprechung. Der Markt stilisiert unseren heutigen Lebensstil zur allgemeingültigen Kultur, obwohl es niemals für ALLE möglich sein wird, diesen angeblichen „Sinn des Lebens“ zu finden. Wir versprechen ein Leben der Verschwendung und Freigiebigkeit und stellen es zukünftigen Generationen und der Natur in Rechnung. Unsere Zivilisation richtet sich gegen alles Natürliche, Einfache, Schnörkellose. Aber das Schlimmste ist, dass uns die Freiheit beschnitten wird, Zeit zu haben für zwischenmenschliche Beziehungen, für Liebe, Freundschaft und Familie; Zeit für Abenteuer und Solidarität, Zeit um die Natur zu erforschen und zu genießen, ohne dafür Eintritt zu zahlen. ….......... Können wir überhaupt glücklich sein, wenn wir uns dem zutiefst Menschlichen entfremdet haben?

 
 
   

Als erste Fairhandelsorganisation verwendet die Gepa faires Bio Palmöl!

Doch was hat es mit dieser Pflanze auf sich?

   

Palmöl: Die Problematische Boompflanze

(aus: Gepa Aktuell, Ausgabe 03/13)

Palmöl boomt – und das weltweit. Mit über 50 Millionen Tonnen jährlich ist es das am meisten produzierte Pflanzenöl. Die Schattenseiten der Palmölgewinnung: Regenwald wird zerstört, Monokulturen entstehen und Menschen werden vertrieben. Gerade deshalb ist es ein großer Fortschritt, dass die GEPA jetzt einen Partner in Ghana gefunden hat: Von ›Serendipalm‹ kommt fair gehandeltes Bio-Palmöl.

Allgegenwärtig und trotzdem unsichtbar

Ob im Dieseltank oder im Heizkraftwerk, ob in Lebensmitteln wie Tiefkühlpizza, Margarine, Speiseeis, Schokoriegeln, Fertigsuppen, Keksen, in Waschpulver, Seife, Reiniger und Kosmetikprodukten: Das billige tropische Öl steckt fast überall drin – mittlerweile in beinahe jedem zweiten Alltagsprodukt. Trotzdem wird das nur in den wenigstens Fällen auf dem Produkt ausgewiesen. Und das hat gute Gründe: Wegen der Regenwald-rodung versuchen die meisten Firmen, das Palmöl in ihren Produkten zu verschleiern und schreiben von »pflanzlichen Ölen und Fetten.« Nur wenige Hersteller kennzeichnen Palmöl und Palmfett auf der Verpackung.

Kahlschlag und Brandrodung

Billige Pflanzenöle sind begehrt in den reichen Ländern des Nordens. Weltweit wachsen auf etwa 12 Millionen Hektar Land rund um den Äquator Ölpalmen. Zum Gedeihen brauchen sie tropisches Klima: beständig hohe Feuchtigkeit, hohe Temperaturen und volles Sonnenlicht. Für die Plantagen wird deshalb die ursprüngliche Vegetation vollständig abgeholzt oder niedergebrannt. Mit den Baumriesen sterben auch seltene Tiere wie Orang-Utans, Tiger und Nashörner.

Indonesien ist Export-Weltmeister

Indonesien ist Weltmeister im Palmölexport. Auf über acht Millionen Hektar bedecken Monokulturen das Land. Indonesien und Malaysia stellen zusammen rund 90 Prozent der Weltproduktion. Diese hat sich seit 1990 verdoppelt und beträgt heute mehr als 50 Millionen Tonnen. Indonesien ist aufgrund seiner Waldzerstörung nach China und den USA drittgrößter Treibhausgas-Emittent der Welt. Auch in Afrika und Südamerika wächst die Ölpalme – meist zu Lasten der übrigen Flora und Fauna.

Was Monokulturen zum »Gedeihen« brauchen

Auf den vernichteten Regenwaldflächen werden meist von internationalen Agrarkonzernen großflächige Monokulturen angelegt: Ölpalmen in endlosen Reihen statt biologischer Vielfalt und Artenreichtum. Diese Monokulturen werden stark gedüngt. Die häufigen Schädlingsplagen werden mit großen Mengen Pestiziden und Herbiziden bekämpft, die anschließend über das Grundwasser auch in angrenzende Ökosysteme gelangen.

Billige Konsumgüter aus billigem Öl

Für billige Konsumgüter hierzulande bietet sich das billigste unter den Pflanzenölen an: Palmöl ist vor Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl das mengenmäßig am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt. Die Ölpalme ist sehr ertragreich und es kann ganzjährig geerntet werden. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ist Palmöl vielseitig einsetzbar. Es hat einen hohen Schmelzpunkt und ist deshalb auch bei Raumtemperatur geschmeidig und streichfähig: Margarine wird fest und Schokolade wird zartschmelzend.

Subventionen fördern den Palmöl-Boom

Subventionen wie die aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sorgen dafür, dass in unseren Blockheiz-kraftwerken und Autos das billige Öl zum Einsatz kommt. Was bei uns als »Bio-Diesel« bezeichnet wird, wirkt sich fatal auf die Umwelt, die Tiere und die Menschen aus, die in den »Palmöl-Ländern« leben. Die Bezeichnung »Bio« weist in diesem Zusammenhang lediglich auf den pflanzlichen Ursprung hin im Gegensatz zum Mineralöl. Es heißt keineswegs, dass das Öl aus ökologischer Landwirtschaft stammt oder etwa klimafreundlich ist. Das neue Renewable Energy Directive (RED) der EU sieht vor, dass bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der Straßenverkehrskraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden.

Heizt der Palmöl-Boom das Klima an?

Ja. Für die Ölpalmplantagen werden ständig riesige Flächen Regenwald gerodet und Torfwälder trockengelegt. Als Folge entweichen gigantische Mengen Kohlenstoff. Die tropischen Waldgebiete besitzen nicht nur eine einzigartige Artenvielfalt, sondern binden auch viel Kohlendioxid. Beim Roden der Wälder wird es freigesetzt. Für den Palmölanbau werden zudem große Mengen an fossiler Energie für Bodenbearbeitung, Düngemittel, Pestizide, Ernte, Transport und Verarbeitung aufgewendet. Aus den Produktionsrückständen entweicht das Treibhausgas Methan.

Gewalt und Landraub

Nicht nur der Regenwald muss den Ölpalmen weichen – auch viele Menschen wurden schon mit Gewalt vertrieben. Dabei wird auf die Landrechte der betroffenen Menschen keine Rücksicht genommen. Wer sich gegen die Missachtung der Landrechte, Umweltzerstörung oder Menschenrechtsverletzung wehrt, wird bedroht, geschlagen und verhaftet. Im August 2011 zerstörten Sicherheitskräfte des weltweit größten Palmölprodu-zenten Wilmar zusammen mit der gefürchteten indonesischen Polizeibrigade Brimob das auf der indonesischen Insel Sumatra gelegene Dorf Sungai Beruang. Dabei wurde mit scharfer Munition auf die Dorfbewohner geschossen. Grund für den Überfall war der Widerstand der Menschen gegen den Landraub und den Verlust ihrer Lebensgrundlage.

Was tun?

Für die Produktion von Keksen oder Füllungen in Schokoriegeln (zum Beispiel Fairetta Kids mit Milchkrem-Füllung) ist der Einsatz von Palmfett unumgänglich, um eine optimale Produktqualität zu erzielen. Deshalb ist es auch für ein Fair-Handels-Unternehmen wie die GEPA eine unverzichtbare Zutat bei einigen Produkten. Wir haben viel Zeit und Energie darauf verwendet, fair gehandeltes Palmöl in Bio-Qualität über einen Handels-partner zu beziehen.

Dieses Vorhaben ist uns jetzt mit dem Handelspartner Serendipalm aus Ghana gelungen. Die Farmer, die an Serendipalm liefern, besitzen im Schnitt 2 Hektar Land. Selbstverständlich handelt es sich um Land, das bereits bewirtschaftet wurde. Es hat weder Abholzung noch Brandrodung stattgefunden, von Vertreibung ganz zu schweigen. Serendipalm erfüllt die Kriterien des Fairen Handels und die EU-Standards für ökologischen Landbau.

   

Fair gehandeltes Palmöl

Das vielseitig verwendbare Pflanzenöl lässt sich auch ganz anders herstellen. Für die Kleinbauern in Ghana etwa gehören die Früchte der Ölpalmen zu den Produkten, die sie für den Verkauf anpflanzen oder daraus Palmöl für den eigenen Bedarf pressen lassen. Allerdings fehlt ihnen meist die Möglichkeit, ihre Ölfrüchte selbst zu verarbeiten beziehungsweise ihr Palmöl selbst zu exportieren.

Der Naturseifenhersteller Dr. Bronner´s traf 2005 die Entscheidung, nur noch ökologische und fair gehandelte Rohstoffe für seine Produkte zu verwenden. Da es nicht genügend ökologisches und fair gehandeltes Palmöl gab, initiierte das Unternehmen eigene Projekte. So wurden Kleinbauern in der östlichen Region Ghanas bei der Bildung von Produzentenorganisationen unterstützt und im Bioanbau weitergebildet. Seither gibt es fair gehandeltes Bio-Palmöl von Kleinbauern aus Ghana.

Serendipalm: die Produzentinnen und Produzenten

Das Kleinbauern-Projekt in Ghana zeigt, dass Palmöl auch nachhaltig hergestellt werden kann. Die dazu benötigten Palmfrüchte werden in der östlichen Region Ghanas rund um die Stadt Asuom angebaut. Diese Region ist ca. 150 km vom Großraum Accra entfernt. Tausende von Kleinbauern besitzen dort Haine mit Ölpalmen, Kakaopflanzen und Zitronenbäumen. Rund 600 Bäuerinnen und Bauern haben sich inzwischen für den ökologischen Anbau entschieden. Serendipalm hat sie nicht nur bei der Umstellung auf ökologischen Anbau unterstützt, sondern bezahlt ihnen auch einen deutlich höheren Preis für ihre Bio-Palmfrüchte. Erhalten sie auf dem lokalen Markt derzeit umgerechnet circa 65 Euro pro Tonne, so bezahlt Serendipalm für die gleiche Menge circa 80 Euro und übernimmt zudem den Transport der Palmfrüchte zur Ölmühle, da die Kleinbauern meist nicht über Transportmittel verfügen.

Verarbeitet werden die Palmfrüchte in der Ölmühle von Asuom. In der Mühle arbeiten weit über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Löhne liegen um circa 25 Prozent über den in der Region für vergleichbare Tätigkeiten üblichen. Geregelte Arbeitszeiten, Bonuszahlungen und eine regelmäßige und verlässliche Auszahlung des Lohns sind keine Selbstverständlichkeit in Ghana. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter der Ölmühle kranken- und sozialversichert, sie erhalten eine warme Mahlzeit am Tag und es wird Wert auf ausreichenden Arbeitsschutz gelegt. Die Bauern erhalten von der Ölmühle leere Fruchtbüschel und den Presskuchen als Dünger für ihre Felder.

Vorteile durch den Fairen Handel

Die Bio-Palmfrüchte werden derzeit von drei Produzentenorganisationen geliefert, deren Mitglieder aus den Gemeinden Bomso, Aboan, Abodom und Asuom kommen. Die Kleinbauern bewirtschaften im Schnitt zwei Hektar Land mit Bio-Ölpalmen. Manche bauen zusätzlich Kakao und Zitrusfrüchte an. Für die Familien bedeutet der Verkauf von Palmfrüchten an Serendipalm eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensbedingungen, vor allem für die Kinder, die durch den besseren Verdienst ihrer Eltern überhaupt erst in die Schule gehen können. Einige, die das Dorf verlassen hatten, um eine Arbeit in der Stadt zu suchen, konnten mittlerweile zurückkehren. Durch den Mehrpreis des Fairen Handels ist es Serendipalm möglich, den Bäuerinnen und Bauern zum Beispiel Ölpalm-Setzlinge aus vier neu angelegten Baumschulen, zinslose Kredite und Schuluniformen für ihre Kinder zur Verfügung zu stellen. Die Fair-Handels-Prämie wurde bislang für den Bau von Trinkwasserbrunnen, Wasserpumpen und Tanks sowie für die Unterkünfte von Krankenschwestern verwendet. Für die laufenden Kosten der Einrichtungen kommen die Gemeinden jedoch selbst auf.

 
 
   

Smartphone und fair?

Das erste faire Smartphone ist auf dem Markt und viele sind sich einig: Das Warten hat sich gelohnt! (aus: Welt & Handel, Jan. 2014)

Manuel Koch beispielsweise. Er ist BDKJ-Diözesanvorsitzender im Bistum Würzburg und einer der Glücklichen, die das Fairphone bereits Anfang Januar in den Händen halten konnten.

Es ist groß und etwas dicker als vergleichbare Mobiltelefone. „Das Fairphone wirkt sehr hochwertig und gut verarbeitet. Die Umstellung von meinem bisherigen Apple I-Phone Betriebssystem IOS auf Android ist zwar noch etwas schwierig, aber Bedienung und Handhabe der Menüführung sind selbsterklärend und ausgefeilt. Ich freue mich, mit dem Kauf ein Vorhaben unterstützt zu haben, das den längst überfälligen Weg gewagt hat, die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen. Dass dabei natürlich noch nicht alles komplett fair und zufriedenstellend sein kann, ist mir klar. Das war und ist für mich jedoch kein Grund, es nicht zu kaufen, eher im Gegenteil. Vor allem deswegen ist das Gesamtprojekt unterstützenswert, damit durch eine höhere Nachfrage auch Mittel sowie Motivation steigen und so Entwicklungen und Prozesse in Gang zu setzen oder zu forcieren. Schön ist, dass bei Familie, Freunden/-innen, Bekannten und Kollegen/-innen das Interesse enorm hoch ist. Alle möchten wissen, wie sich das Gerät anfühlt, wie es funktioniert und ob es zu empfehlen ist. Deshalb freue ich mich, dass die Warteliste bei Fairphone länger und länger wird, das Medieninteresse ebenfalls sehr hoch ist und das Fairphone, jetzt, da es endlich auf dem Markt ist, mehr Menschen anspricht.

Das Fairphone verspricht, was es versprochen hat und das derzeitige Interesse verspricht auch, dass die Möglichkeiten noch fairer zu werden ebenfalls steigen.“ Weitere Informationen, Lernfelder zum Thema und Projektbeispiele unter:

www.kjg-haus.de

www.kritischerkonsum.de

www.makeitfair.org

www.fairphone.com

 

Interview mit Bas van Abel, dem Hersteller, unter:

http://www.zeit.de/digital/mobil/2014-02/fairphone-bas-van-abel